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B9 in Nierstein

Beispielhaft für kommunale Politik scheint in der Stadt Nierstein die geplante Umführung der Bundesstraße 9 zu sein.

Man überlege sich, dass täglich über 20.000 Autos auf einer einspurigen Bundesstraße durch Nierstein fahren und in folge dessen gerade in den Stoßzeiten ein massives Stauproblem verursachen.

Natürlich ist neben der Problematik des Staus noch die Abnutzung der Straße und der Lärm den die Anwohner dort ertragen müssen.

Folgerichtig musste sich die Politik mit Lösungen beschäftigen die das Problem "aus Nierstein" schaffen. Zum einen gibt es die Möglichkeit um Nierstein herum einen Ring zu bauen, hier waren zwei Ansätze vorgesehen:

  • großer Ring
  • kleiner Ring

beide würden jedoch mitten durch die Weinberge führen und damit den Wirtschaftszweig überhaupt in Nierstein beeinträchtigen. Abgesehen von der Umweltbelastung auf die Reben und Weintrauben und der Beeinflussung des Weltbekannten Roten Hangs.

Eine weitere Möglichkeit wäre es gewesen, ein Stück des Rheins mit einer neuen Straße zu bebauen und als Anschluss die neue B9 in Oppenheim zu wählen, allerdings wäre damit der Flusslauf teilweise beeinträchtigt und gleichzeitig sind das natürlich massive Kosten.

Genauso teuer ist der Bau eines Tunnels entlang der Bahnstrecke wieder mit einer Anschlussstelle an der neuen B9 in Oppenheim. Entgegen den anderen Lösungen, wäre jedoch keine Beeinträchtigung der umliegenden Natur möglich und es wäre absehbar, dass die Pendler definitiv eine Strecke nutzen würden die keinen Umweg darstellt, wie bei einem Ring.

Die Kosten hierfür, wurden geschätzt auf 85 bis 92 Millionen Euro (damit bis zu 15 Millionen Euro mehr, als die anderen Varianten) wovon die Stadt Nierstein circa 20% selbst zu tragen hat. Bei einem Endpreis von 100 Millionen Euro müsste also die Stadt 20 Millionen Euro aufbringen.

Bei solch einer stolzen Summe für eine Kleinststadt darf die Frage daher natürlich lauten: Wieso werden eigentlich die Menschen vor Ort nicht gefragt, ob das für sie eine akzeptable Lösung ist? Immerhin werden vor allem die nachfolgenden Generationen dieses Projekt bezahlen müssen und Budgets zB für einen neuen Kindergarten, einen Bolzplatz, einen Jugendraum inklusive Vollzeit Jugendpfleger wären nicht realisierbar.