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Frauenquote - Keine gute Idee

Alleine der Titel ist schon wieder verquert, denn eigentlich sollte es nicht um das weibliche Geschlecht gehen sondern um Quoten im Allgemeinen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, es gibt tatsächlich eine Quote, die in meinen Augen eine Ausnahme ist. Nämlich die für Behinderte und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eine Frauenquote ist im Ursprungsgedanken natürlich eine gute und sinnvolle Idee. Es gibt ein defizit in unserer Gesellschaft bei der Gleichberechtigung der offiziell zwei vorhandenen Geschlechtern: Männer und Frauen. "Die ersteren sind arbeiten und die zweiteren eigentlich nur, weil sonst das Geld nicht langt." So denken wahrscheinlich nicht wenige Männer.

Nun kommen Frauen auch seltener in Führungspositionen und vor allem verdienen sie auf der gleichen Stelle weniger als Männer. Ob das ungerecht ist? Natürlich ist es das. Muss man deswegen für die Quote sein? Auf keinen Fall.

Eine gesetzliche Regelung würde zwar relativ schnell eine Besserung bringen, aber die gesellschaftliche Denkweise wäre damit nicht geändert. Die Frau wäre immer "die Quotentussi" und zwar nicht nur bei vielen Männern, sondern auch bei Frauen. Die sind nämlich auch nicht immer mal so eben für eine Quote, auch wenn viele Feministinnen einem das Glauben machen wollen.

Man würde damit also Frauen, die ein Interesse daran haben Karriere zu machen, damit einen Bärendienst erweisen. Was wir brauchen, ist eine gesamtgesellschaftliche Diskussion, ein Umdenken in den Köpfen der Menschen und ja, vor allem eines bei den Männern.

Ich glaube beobachten zu können, wir in den letzten Jahren Frauen auf bestimmten Stellen bevorzugt genommen zu werden aufgrund ihrer Fähigkeiten. Eine Quote würde auch nicht die besten Kandidaten für eine Stelle hervorbringen sondern die Person, die aufgrund der Gesetzeslage von Geschlecht her gebraucht wird.

Keiner käme auf den Gedanken, bei der EMMA nun eine Männerquote von 50% zu fordern, welch irrsinniger Gedanke. Wie soll ein Mann für eine feministische Zeitschrift schreiben? Hinzu kommt noch, dass vollkommen vergessen wird, dass es Menschen gibt, die sich als intersexuell Empfinden oder ganz einfach Geschlechtsneutral sind. Was ist mit denen?

Eine Quote beseitigt zwar vordergründig ein Problem, aber es beseitigt die Ursachen nicht. Ein zum himmelschreiendes Problem und zeugt am Ende von schlechter handwerklicher Kunst.

Statt sich über Gesetze gedanken zu machen, sollte jeder seinen Grips lieber dazu nutzen sich zu überlegen, wie man die Gesellschaft so ändern kann, dass es morgen egal ist, ob du ein Mann, eine Frau, beides oder nichts davon bist.

Abschließend die Diskussion bei den PIRATEN über eine Quote:

Auch hier wird die Quote nicht helfen. In einer Organisation mit mehr Männern als alle anderen Gruppen zusammen, werden Positionen (Vorstandsämter, Listenkandidaten etc) natürlich auch deutlich öfter von Männern besetzt. Gleichzeitig werden sich zur kandidaturstellende Frauen überproportional häufig gewählt.

Eine Quote würde nicht die besten Kandidaten fördern, sondern nur die Person wählen, die aufgrund des Geschlechtes noch gebraucht wird. Woran wir arbeiten müssen, für mehr Frauen in der Partei, sind eine deutlich bessere und einfachere Diskussions- und Kommunikationskultur.