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Prostitution - Wer darf entscheiden?

Quelle: https://www.facebook.com/PiratenparteiDeutschland/photos/a.151166022782.144162.149871337782/10152334260527783/?type=1&theater

Der EMMA-Appell gegen Prostitution hat Folgen. Auf Sylt kommt das geplante Bordell nicht. Im Saarland tut sich was. In Köln protestieren Grüne gegen die rotgrüne Reform. Denn die Kommunen merken: sie müssen ausbaden, was in Berlin beschlossen wurde. Und in der Hauptstadt denken jetzt sogar Ministerien über die Freier-Bestrafung nach.

[Emma.de](http://www.emma.de/artikel/prostitution-und-wie-weiter-316507)
Es ist schwierig über ein Thema zu reden, bei dem kaum jemand gerne in der Öffentlichkeit zugibt, die Dienste entweder zu nutzen oder anzubieten. Trotzdem muss es getan werden. Wir müssen darüber reden, wenn Milliarden verdient werden und Menschen zu schaden kommen. Wir müssen aber auch darüber reden, wenn Menschen verboten wird eine Tätigkeit auszuüben, wenn man sie denn gerne anbieten würde oder eben es ihnen erschwert, in dem man den Kunden verbietet diese in Anspruch zu nehmen.

Es dürfte kaum jemand in Frage stellen, dass bei dem Thema Prostitution Frauen zu Schaden kommen. Wenn Menschen gezwungen werden Geschlechtsverkehr gegen Geld zu haben, dann ist das ein tatsächliches Problem. Wir reden hier nicht nur über körperliche Schmerzen, sondern auch über Psychische. Frauen, die über ihre Probleme nicht reden können, weil Zuhause die Familie bedroht wird oder diese das Geld benötigen.

Auf der anderen Seite stehen Frauen, die diesen Beruf gerne ausüben. Gerne, weil ihnen der Sex mit Menschen gegen Geld keine Probleme bereitet. Weil sie Psychisch keine Probleme damit haben. Weil das für diese Frauen, einfach und schnell verdientes Geld ist. Diese Frauen gibt es: Streetgirl Blog. Und nicht nur ausnahmsweise.

Die Lösung ist also nun: Bestrafen wir die Freier, die da freiwillig hingehen und stellen die Prostituierten straffrei, weil von denen könnte das ja eine nicht freiwillig machen.

Einfacher Weg. Leider ist der einfache Weg meist nicht der richtige und schon gar nicht der beste. Damit fahre ich nämlich denen in die Parade die das freiwillig machen. Gleichzeitig kriminalisiere ich damit wohl hunderttausender Männer, die einem körperlichen Drang folgen und ihn nicht ausleben können.

Wie das meistens so ist, erliegt man diesem psychischen Drang irgendwann doch. Man sucht sich eine Lösung und die heißt dann in Zukunft: Bordell. Aber nicht mehr Öffentlich, sondern unter den widrigsten Umständen.

Hier fängt auch Problem Nummer Zwei an: Mit einem Verbot löse ich das Problem nicht, sondern verschiebe es aus dem öffentlichen Sichtbereich. Die Bordells werden in unhygienischen Räumen oder Gebäuden entstehen, Schwarzarbeit bleibt unkontrolliert und die offensichtlichen Fälle von Menschenhandel werden auch deutlich schwerer zu identifizieren.

Was wir wirklich brauchen, ist mehr Personal in Deutschland, aber auch im Ausland wo die Frauen herkommen. Man spricht viel von Osteuropa. Wir brauchen eine bessere Verknüpfung der Polizei zu anderen staatlichen Organisationen, mehr Beamte die die Einhaltung der Gesetze in Bordellen kontrollieren. Menschenhandel lohnt sich nur dann, wenn man ihn effektiv betreiben kann ohne staatliche Hindernisse.

Menschen sollen in Freiheit leben und mit genau der Tätigkeit der sie nachgehen wollen. Ob das Prositution ist oder nicht, ist nicht unsere Sache sondern die der Frauen. Wir sind keine bessere Menschen, wenn wir darüber entscheiden ob der andere gut ist oder nicht, sondern schlechtere.