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Unendlicher Weg

Es ist ein Rundumschlag der ägyptischen Justiz: Ein Gericht in Kairo hat mehr als 500 Anhänger der Muslimbruderschaft zum Tode verurteilt. Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen.

via Spiegel Online

Als der Irak Krieg gerade vor der Tür stand und die Drohgebärden der USA immer stärker wurden, da erbarmte sich mein Englischlehrer mit einer 10. Klasse darüber zu sprechen.

Wir sprachen über Atombomben, Öl, diplomatische Verwicklungen und die Beziehung zwischen den USA und Hussein.

Was mir aber bis heute im Gedächtnis geblieben ist, war folgender Absatz des Lehrers:

Wie können wir die dortigen Strafen verurteilen? Im gesamtgeschichtlich gesehenen Kontext, haben wir noch gestern Hexen verbrannt und vor ein paar Minuten die Todesstrafe abgeschafft - zumindest alle bis auf Hessen. Nur, weil unsere Kultur von trastischen Strafen abgerückt ist, heißt das nicht, dass wir das auch von anderen Kulturen mittelt Gewalt erzwingen dürfen.

Und damit hatte er auch recht. Wir dürfen uns allerdings nicht davon abhalten lassen mittels Worten, Argumenten und friedlichem Protest jedes Land dazu zu bringen, die Todesstrafe gänzlich abzuschaffen.

Einen ganz anderen Blickwinkel bringt da Theresa Kalmer, Bundesvorsitzende der Grünen Jugend in den Fokus:

„Wegsperren verschließt primär die Augen vor Problemen. In der Praxis führen Gefängnisse außerdem zu Disziplinierung und Normierung von Gesellschaft und Stigmatisierung von Menschen. Folge daraus sind sozialer Ausschluss und oft auch Wiederholungstaten.“

Wer weiß, vielleicht sitzen wir in ein paar Jahrzehnten an einem anderen Ort und fragen uns, wieso manche Länder Menschen noch in Gefägnisse stecken, anstatt diese ordentlich zu resozialisieren.

Wir sind keine besseren Menschen, nur weil unsere Verfassung keine Todesstrafe mehr erlaubt, unsere Geschichte hat lediglich - und glücklicherweise - eine andere Wendung genommen, jetzt liegt es an uns, Menschen zu überzeugen, dass diese Art der Strafe abzulehnen ist.