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Fritzek "Noah" - Rezension

Der "neue" Thriller von Sebastian Fritzek dreht sich kurz gesagt rund um die Themen: Überbevölkerung, Ökologie und geheime Mächte.

Und man möchte Fritzek für die erste Hälfte des Buches eigentlich gerne einmal umarmen: Getrieben von der Frage wer Noah eigentlich ist und was die Attentäter für einen Plan verfolgen und von dem diese befehligt werden über die Frage, ob sein neuer Freund nur verrückt oder er ein Steinchen in dem Puzzle ist.

Munter dreht sich die Geschichte von Afrika, nach Deutschland und über die USA das kaum Zeit und Raum bleibt das Buch wegzulegen und das vergangene Revue geschehen zu lassen. Zu sehr verweben die ersten Verschwöhrungstheorien mit realen Gefahren und das Charakterdesign wird akribisch von Fitzek ausgebaut.

Plötzlich und mitten in der zweiten Hälfte des Romans kommt unvorhersehbar ein Cut in die Storyline. Die Geschichte scheint fast auserzählt, dass Ende so nah, die offensichtliche Vermutung wer denn hinter dem allen steht scheint offensichtlich. Man ahnt, man vermutet, aber am Ende ist das irrelevant. Man überlege sich das kurz einmal: Der Täter ist irrelevant. Der Ausgang der Geschichte ist irrelevant.

Ich habe noch nie ein Buch nach zwei dritteln beendet. Bei Noah war das anders. Erst nach einer Pause von sechs(!) Wochen habe ich weitergelesen, zu verdanken war das lediglich dem, dass ich vergessen habe neue Bücher auf das Kindle zu spielen.

Das letzte drittel des Buches plätschert also vor sich hin, obwohl Fitzek sich Mühe gibt, dass ein ordentlicher Spin entsteht, die Jagd nach der Lösung gegen die Zeit. Menschen sterben, die Zeit verrint, mich berührt das in keinster Art und Weise mehr emotional. Ich habe durch die bisherige Story sowieso mit allen und jedem abgeschlossen. Wenn die Emotionalität zu den Charakteren unterbleibt ist es am Ende absolut unwichtig wer lebt und wer stirbt.

Nach dem Buch bleibt zu sagen: Solides Mittelfeld, aber die Grundidee bleibt grandios und doch, es regt am Ende zum Nachdenken an. Hat die Gruppe der Terroristen am Ende vielleicht doch Recht? Oder gibt es zumindest einen Funken, der nicht ganz verkehrt ist?

Am Ende bleibt die Erkenntnis (in Bezug auf das Buch): Wer sich sowieso schon schwer damit tut ein Buch fertig zu lesen oder wer durchweg Miträtseln und Mitfiebern möchte, der sollte lieber etwas anderes lesen. Zum Beispiel "Kein Engel so rein." von Michael Connelly.