/ politik

Inklusion entscheidet über unsere Gesellschaft

Dieses unfassbare Glücksgefühl wenn man erfahrt das man ein Kind bekommt. Für mich waren das die längsten neun Monate meines Lebens. Vor lauter Vorfreude wollte die Zeit nicht vorübergehen.

Genau in dieser Zeit erfahren andere werdende Eltern, dass ihr Kind nicht "gesund" (so wie die Medizin zumindest heutzutage den Gesundheits- bzw Krankheitszustand beschreibt, nämlich abweichend von der Norm) ist sondern eine Behinderung hat.

Wobei die Behinderung ja nur definiert, dass das in unserer Welt eine Behinderung an dem gesellschaftlichen Leben ist, anders herum könnte man auch sagen: Die Menschen behindern Leute die im Rollstuhl sitzen daran problemlos in Gebäude zu kommen, stellen Regale so eng das diese nicht einkaufen können und bauen Toiletten so klein, dass diese nur zu Fuß benutzbar sind.

Im Fall Henri ist das genauso problematisch, denn dieser kleine Junge mit dem Down-Syndrom würde gerne in die Schule gehen. Das Down-Syndrom ist oftmals zu komplex um es im Detail zu beschreiben da wie bei Autisten die Komplexität oftmals im Detail liegt.

Nun verweigerte aber nicht nur das Gymnasium den Wechsel, sondern auch die Walldorfer Realschule. Die Lehrer trauen sich diesen Fall nicht zu. Die Mitschüler werden also weiterhin in einer Welt aufwachsen, in der alles abseits unserer Norm ausgeblendet wird im Alltag, die Lehrer werden sich nicht die "Mühe" machen müssen auf ein komplexeres Kind eingehen zu müssen.

Anstatt das unsere Gesellschaft Inklusion als etwas ganz normales ansieht, als etwas unausweichliches, werden lieber extra Konferenzen abgehalten.

Eigentlich sollte man meinen, dass jeder Mensch unsere Gesellschaft bereichert und wir daher jeden nehmen wie er ist: Mit seinen Stärken und Schwächen. Es ist daher ein Skandal was sich Schulen in Deutschland erlauben, da braucht es nicht wundern, wenn Eltern sich gegen ein behindertes Kind entscheiden.

Es ist aber wieder einmal bezeichnend, dass sich in Deutschland keine Welle der Empörung bildet die diesen Missstand anprangert und die Politik dazu zwingt, etwas zu ändern.