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Wer ist Schuld am Europaverdruss?

Ich höre morgens im Radio immer hr info, keine inhaltslosen Reden, keine verwechselbare Popmusik und vor allem: keine Werbung.

Sonntags (zumindest vormittags) kommt immer ein Themenspezial, vor zwei Wochen war das Thema: Europawahl.

In einem Schnelldurchlauf wollte die Redaktion den Zuhörern einen Überblick darüber verschaffen wie denn die Politik der Europäischen Union aufgebaut ist. Stichworte: Parlament, Ministerrat, Kommission.

Der Schnelldurchlauf sollte natürlich trotzdem alle wichtigen Fakten beinhalten und dauerte daher schlappe 25 Minten. Und das war jetzt keine Kritik an der hr Redaktion.

Die Europäische Union ist dermaßen komplex aufgebaut, dass es dem Otto-Normalbürger kaum möglich ist da hinterher zu steigen, natürlich verstehen die meisten - wenn man es erklärt - wie und was funktioniert, allerdings ist es auf Grund der Masse an Informationen nur eine Frage der Zeit bis man es wieder vergessen hat. Dabei reden wir eher von Tagen als von Wochen.

Gleichzeitig ist die EU-Politik natürlich auch "weit weg", prinzipiell ist für fast alle alles weit weg wenn es sich nur im Ausland abspielt.

Aber wer weiß denn schon, welche deutschen Parteien sich auf EU Ebene mit welchen anderen Parteien zusammenschließen und vor allem: Was wollen die? Welche Gruppen schließen sich da zusammen? Welche Ziele verfolgen die? Was machen diese Parteien in ihrer Heimat?

Fragen, auf die niemand selbstständig Antworten gibt. So ganz von alleine vor allem. Die EU sollte sich dringend mal damit beschäftigen, ihre Strukturen zu entschlacken, dass muss nicht einmal mit einem Personalabbau Hand-in-Hand gehene sondern das die Menschen das Gefühl haben, das alle relevanten Informationen klar und einfach zugänglich sind. Die EU bleibt für die meisten Menschen, zumindest politisch, weit weg. Es sollte in aller Interesse sein, dass man zumindest alle Möglichkeiten nutzt die geistige Entfernung zu gering wie möglich zu halten.

Für ein gemeinsames, friedliches und offenes Europa.