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Rücktritt als Generalsekretär - eine Erklärung.

Ich habe durchaus mit mir gerungen ob ich mich erklären soll, wieso ich als Generalsekretär des Kreisverbandes Rheingessen letzte Woche zurückgetreten bin.

Durchaus ist es allerdings richtig, dass diejenigen die mich gewählt haben eine Erklärung verdienen.

Die Sache ist allerdings nicht immer so einfach wie es manchmal scheint, es kommen mehrere Faktoren zusammen.

Faktor Zeit

Seit der Wahl in den Kreistag - was ich selbst für unwahrscheinlich hielt - habe ich angefangen mir über das Zeitmanagement von mir Gedanken zu machen.

Familie. Piratendinge. Arbeit.

Das ist das womit ich meine Zeit seit Anfang 2013 verbringe. Wer mehr wissen will, eine genauere Auflistung findet sich hier im wiki.

In Zukunft kommt noch das Thema Kreistag hinzu, die sich zwar "nur" alle zwei Monate treffen, allerdings stellte man schon in Aussicht das man mich nicht absichtlich aus den Ausschüssen rauskanten wolle. Dazu kommt die Vorbereitung und die Nachbesprechung, Dokumentation und Planung.

Das wird mit einer Stunde die Woche nicht zu machen sein, ich muss also an meinem Zeitmanagement arbeiten.

Faktor Kandidatur

Ich hatte eigentlich schon auf dem letzten Kreisparteitag gesagt das ich nicht mehr kandidieren wolle, allerdings fanden sich tatsächlich vier Mitglieder die bereit für einen Posten im Kreisvorstand waren, jeder hatte so seine Favoritenaufgabe die sich gut ergänzten - alle bis auf den Generalsekretär. Auf bitten mehrerer Mitglieder habe ich Schlussendlich doch noch einmal kandidiert und bin mangels Gegenkandidaten dann auch gewählt worden.

Der Schritt war damals schon verkehrt: Ich kämpfte auf zuvielen Baustellen gleichzeitig. Hier die Website, da Tickets anlegen, da mitdiskutieren, dort helfen und da hinten machen. Wie gesagt, im wiki stehts. Am Ende rutschte genau das runter, was ich von Anfang an nicht mehr machen wollte: das Vorstandsamt.

Per se ist das tatsächlich relativ wenig Arbeit: Vor einem Kreisparteitag verbindest du dich mit deinem VPN zu SAGE, verschickst die Einladung, druckst diejenigen ohne Mailadresse (oder die explizit Einladungen per Post wünschen aus) und verschickst diese.

So kam es, dass mir erst Ende April aufgefallen ist, dass mein VPN Zertifikat Ende Februar abgelaufen ist. Aufgrund Neuwahlen und "nicht-regung" der zuständigen Person für VPN Zugänge (und mehr...) habe ich auch kein neues Zertifikat bekommen - ich konnte also auch keine Einladung zum Kreisparteitag verschicken. Genauso wie der neue Landesgeneralsekretär - der hatte nämlich auch noch keinen Zugang. Ich fragte also bei dem Bundesverband an, der das allerdings grundsätzlich aus Zeitgründen nicht macht.

Faktor Kritik

Nun wurde ich Anfang der letzten Woche von einem Mitglied durchaus heftig kritisiert:

  • Der Vorstand kommuniziert nicht genug
  • Meine Arbeitsweise ist intransparent
  • Ich habe mich nicht genug um die KPT Einladungen gekümmert
  • Ich bin nicht bei allen Kreisvorstandssitzungen anwesend
  • Ich bin nicht oft genug bei dem Mainzer Sammtisch

sowie indirekt - weil auch der fail vom Restvorstand:

  • Protokolle nicht alle online bzw im wiki verlinkt

Nun ist es durchaus so, dass man mir da das ein oder andere ganz oder teilweise vorwerfen kann. Ich teile die Kritik nicht ganz mir davon zu viel in die Schuhe zu schieben, aber am Ende muss konsterniert werden:

Da läuft was schief.

In Anbetracht der oben genannten Punkte bleibt mir am Ende also nichts anderes über, dass ich einen Strich darunter ziehen und Konsequenzen fassen muss.

Konsequenz A: Ich fülle das Amt in dem Maße aus wie es richtig und der Partei angemessen ist. Das bedeutet: Ich investiere mehr Zeit und ziehe das am Ende bei Familie ab.

Konsequenz B: Ich trete von dem Amt zurück und überlasse das dem Restvorstand bis zur Neuwahl 2015 ordentlich über die Bühne zu bringen, zum Beispiel auch mit Hilfe des Landesgeneralsekreteriats.

Am Ende

Ich fühle mich einfach wohler mit dem Gedanken zurückgetreten zu sein, ich glaube auch das das für unsere Gliederung und Mitglieder die bestmögliche Entscheidung ist.

In einer Partei die jegliche Arbeit als Selbstverständlich hinnimmt und Menschen dafür nicht bezahlt das Arbeit erledigt wird, muss man eben auch damit Leben, dass der ein oder andere sagt: Ich kann das so nicht mehr machen.

Das bezieht sich noch nicht einmal wirklich auf mich, aber auf viele andere in der Partei.

Gerade Designer und IT'ler, von denen wir viele in der Partei haben, die zur Speerspitze der Lohnklasse in der Arbeitsbranche gehören und teilweise kriminelle Arbeitszeiten haben, von denen Verlangen wir noch ewige Stunden für die Partei unendgeldlich zu arbeiten. Genauso wie wir einfach von unserem Bundesvorstand erwarten, dass dieser tausende Entscheidungen fällt, von allen Seiten mal für dieses und jenes kritisiert wird und trotzdem mit Freude unendgeldlich sich pro Tag mehrere Stunden aufopfert.

Ich muss das leider so sagen: Alle die gegen eine größtmögliche Bezahlungsstreuung in der Patei sind, ihr habt den verdammten Schuss nicht gehört. Natürlich kann nicht jeder bezahlt werden, natürlich sollte der ein oder andere auch eine entlohnung bekommen, kriegt sie aber nicht.

Aber das ist in jeder anderen Partei genauso. Immerhin machen wir das für unsere aller Ideale.

Ich liebe diese Partei. <3 Trotz alledem.