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#Twitter Diskussionen

Weihnachten 2000. Der Anteil der Klassenkamerad*innen mit Handy stieg urplötzlich von eher Ausnahme zu einem schockierten: "Wie du hast kein Handy?".

Mit dem wachsenden Prepaidangeboten und den fallenden Handypreisen lief plötzlich fast jeder mit einem Nokia herum. Telefonieren war allerdings meistens zu teuer für die kleine einmalige Aufladung im Monat und so wuchs die Cash-Cow der Mobilfunkbetreiber: SMS.

Maximal 160 Zeichen. 19ct. SMS-Flats? Pustekuchen. Man fasste sich also kurz. Zugegebenermaßen: Die erste große Liebe verlangte schon die höchste Kunst der Bettelei bei den Eltern das man doch noch einmal eine Aufladung bekommen möge.

Generell galt aber: SMS waren begrenzt, man fasste sich kurz. Keine Diskussionen in welchen Kinofilm man denn nun gehen möge, dass konnte man auch noch vor Ort klären.

Twitter hat aus dem Minimalismus noch einmal 20 Zeichen herausgestrichen. Dabei hat man schon damals irrwitzige Abkürzungen wie "hdgdl" erfunden um nicht doch noch den letzten Artikel löschen zu müssen. Zumindest die deutschsprachige Twittercommunity scheint das aber noch nicht ganz verstanden zu haben, vor allem nicht viele Piraten: Es wird diskutiert was das Zeug hält.

Auf die Idee bei 140 Zeichen Diskussionen zu starten, darauf muss man erst einmal kommen. Vor allem hat die SMS unseren Schreibstil nicht nachhaltig verändert, denn e-Mails schicken und empfangen konnte auch plötzlich jeder und das war dann doch oftmals komfortabler.

Schön wäre es, wenn die Twitterbenutzer*innen irgendwann mal auf den Trichter kommen, dass sich Twitter wunderbar dazu nutzen lässt um vielfältige Informationen zu teilen. Ob diese einem selbst gefallen oder nicht ist zweitrangig. Nur weil ich etwas retweete bedeutet das nicht, dass ich das besonders toll finde sondern nur das andere Follower von mir das vielleicht auch interessant finden könnten.

In diesem Sinne: Diskutiert nicht, lösen wird man kaum Probleme in 140 Zeichen. 140!!! ;)