Der Vater zahlt.

Die Überschrift ist polemisch. Ehrlicherweise hätte sie lauten müssen:

Ein Elternteil zahlt.

Die Realität in Deutschland ist, sobald sich Eltern trennen müssen beide Parteien sich klar werden wo denn die Kinder in Zukunft hauptsächlich gemeldet sind. Meistens ist das dann bei der Mutter, auch wenn beide sich das Sorgerecht jeweils zur Hälfte teilen.

Der Vater bezahlt dann nach Einkommen den Unterhalt an die Mutter da diese natürlich für die Kinder zusätzliche Kosten hat. Das Gesetz mag auch für einige Jahrzehnte gestimmt haben.

Was aber, wenn der Vater plötzlich seine Pflichten gegenüber den Kindern nicht nur minimal ausfüllen will (jede Woche Sonntags oder alle zwei Wochen Samstag und Sonntag), sondern diese drei Mal die Woche holt?

Da bestehen plötzlich zwei Kinderzimmer (einmal bei der Mutter, einmal beim Vater) und auch er hat Kosten für Verpflegung und Freizeitausflüge. Auch dann zahlt der Vater weiterhin die volle Summe an die Mutter (oder eben umgekehrt).

Ist das gerecht? Nein, aber es wirft ein großes Problem auf: Was ist gerecht? Eine Abstufung der Beiträge je nach Aufenthaltsort der Kinder? 100%, 80%, 60% etc? KANN das die Lösung sein?

Die einen werden jetzt in die Luft springen und ja sagen, aber da stellt sich mir doch die Frage: Geht es dabei den Kindern besser? Hilft es der Mutter den Lebensstandart der Kinder aufrechtzuerhalten oder muss diese zukünftig sagen, dass ein Ausflug pro Monat gestrichen ist, weil der Vater das Geld nun behält.

Dazu stellt sich die Frage: Wenn Elternteil X dieses Geld benötigt um den benötigten Wohnraum zu bezahlen, wird diese dann verlangen dass die Kinder deutlich mehr bei ihr sind um nicht Geld "zu verlieren"?

Es ist ein wackeliges Konstrukt das man dort aufbauen könnte und leider denken Eltern nicht immer rational und an die Kinder. Sowohl das "jetzt" ist problematisch als auch das "zukünftig"!