/ technologie

Arbeite, du Sau!

Ich liebe provokante Titel, schön runter auf BI*D-Niveau.

Der Wert des Menschen in unserer Gesellschaft wird oftmals noch daran gemessen ob er Arbeit hat und dann und wann auch mal welche genau wobei dort der entscheidende Faktor das Einkommen ist. (Protipp: Freunde kann man sich aussuchen!)

Nun ist die Sache mit der Arbeit nicht zwingend ganz leicht. Johannes Ponader (ehemaliger politischer Geschäftsführer der Piratenpartei) hat sich bei Lanz etwas zum Horst gemacht mit der Aussage: Der Biorythmus der Menschen erlaubt es nicht jedem einer "normalen" Arbeit nachzugehen.

Das mag zwar richtig sein und sollte auch in die Betrachtung des Punktes "Arbeiten in der Zukunft" sein, aber mit einem eher Randgruppenphänomen punkten zu wollen, ist eher unklug.

Fangen wir doch mal mit den harten Fakten an:

Demographie

Die Gesellschaft in Deutschland wird von Jahr zu Jahr im Durchschnitt älter. Das liegt vor allem daran, dass viele entweder gar kein oder maximal zwei Kinder bekommen, nötig wären eher drei Kinder um die Gesellschaft zu verjüngen.

Roboter statt Menschen

Die Industrialisierung, angefangen bei der Fließbandproduktion bis hin zu hoch modernen Robotern, entwickelt sich immer weiter. Mit jedem neuen Hightec Computerchip werden Roboter immer mehr in der Lage sein auch komplexere Aufgaben von Menschen zu übernehmen. Am Ende braucht eine Firma statt 80 Angestellten nur noch 20. Die meisten davon in der Verwaltung und hier und dort ein Mensch der die Roboter überwacht und im Problemfalle auf den "Not-Aus" Button drückt.

Länger und länger

Dank einer guten Gesundheitsversorgung werden die Menschen im Durchschnitt immer Älter, mittlerweile haben jetzt geborene Kinder eine Lebenserwartung von Ende 80 bis Mitte 90. Es ist eine Frage der Zeit und der Medizin, bis die Generationen mit einer Lebensdauer von über 100 Jahren geboren wird.

Zukunft

Betrachtet man diese Punkte und wird sich klar, dass eine Lebensdauer von 80, 90 oder gar 100 Jahren nicht bedeutet das auch automatisch deutlich länger gearbeitet werden kann, so stellt sich die Frage: Wer kommt denn für die Renten auf nach dem bisherigen System?

Theoretisch ist die Sache sogar ziemlich gut: Arbeit wird weniger und die in Deutschland lebenden Menschen auch. Das könnte ein Nullsummenspiel werden.

Aber wer bezahlt die ganzen Renten? Wenn plötzlich 20 Millionen Arbeitnehmer für 50 Millionen Rentner aufkommen müssen? Und ist es das Ziel, dass weiterhin jeder 40 Stunden die Woche arbeiten soll?

Negative Einkommenssteuer

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist vielerorts ja ziemlich verbrannt und als undurchführbar gebrandmarkt. Wie wäre es also, wir nehmen uns noch einmal die negative Einkommenssteuer vor? Nehmen wir an, jeder Bundesbürger, in Deutschland lebende Mensch, jeder Volljährige (die genaue Definition von "jeder" klären wir in einem anderen Beitrag, startet am 01.01. eines jeden Jahres mit einem Guthaben von 12.000€ bei der Bundesrepublik Deutschland. Ergo: Ich habe keine Arbeit, fülle meine Einkommenssteuererklärung mit 0,00€ aus und bekomme nun von meinem Finanzamt 12.000€ auf das Konto überwiesen.

Dieses Geld ersetzt u.a. HartzIV. Hinzu kommt noch das Kindergeld für die Sprößlinge - vorausgesetzt für die gilt die negative Einkommenssteuer nicht.

Wenn ich nun arbeiten gehe, gibt es einen Jahresfreibetrag X. Für X nehmen wir nun mal 6000€ an. Es gibt einen einheitlichen Steuersatz von 45%. Aufgrund der negativen Einkommenssteuer und einem Mindestlohn von 8,50 gehe ich "nur noch" 25 Stunden die Woche arbeiten.

25 Stunden * 8,5 EUR Stundenlohn * 4 Wochen ergeben: 850 € pro Monat.

850 € ergeben 10200€ Jahreseinkommen, dieses Einkommen wird aufgrund des Steuerfreibetrages mit 4200€ besteuert. 4200€ abzüglich 45% ergeben 2300€. Wir zahlen also 1900€ Steuern.

10200€ abzüglich 1900€ zuzüglich 12000€ ergeben 20300€ Jahreseinkommen inklusive der "Staatsleistungen. Das ergeben im Monat 1690 Euro bei einer Wochenarbeitsleistung von 25 Stunden.

Wir teilen also eine Arbeitsstelle in fast zwei auf ohne auf Lohn zu verzichten. Natürlich gehen von dem Monatseinkommen noch Beiträge für die Krankenkasse ab.

Familienrechnung pro Monat

(Mutter: Arbeitsnehmerin, Vater ohne Arbeit, 2 Kinder)

Mutter (siehe Beispiel oben): 1690 Euro

Vater (negative Einkommenssteuer): 1000 Euro

pro Kind (Kindergeld): 180 x 2: 360 Euro

Verfügbares Einkommen pro Monat: 3500€ nach Steuern abzgl Krankenkasse

Menschen haben mehr Freizeit, weniger Arbeit und eine gesicherte Zukunft ohne das aber jemand gezwungen wird weniger zu arbeiten, jedoch ist der Faktor Freizeit einfach nicht zu unterschätzen vor allem für die Lebensqualität und das ist doch der Faktor an den wir die Zukunft unter anderem binden sollten.