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#kinoxto is gone

Ich habe Zuhause so um die 680 DVD-/BluRay-Boxen stehen mit insgesamt über 800 Filmen. Man kann mich durchaus einen Cineasten nennen, einige davon habe ich noch nicht einmal ausgepackt. Nicht, weil es mir nur um das Besitzen gehen würde, sondern weil ich die Filme schon gesehen habe und fand, dass ich die durchaus für langweilige Wochen haben sollte. Zugegebenermaßen reden wir hier von maximal zehn Stück, deren "Zweitschau" mir noch nicht gelungen ist.

Nun sind mir einige Filme nicht wichtig oder einfach gut genug um sie mir zu kaufen oder gerade wenn man unterwegs hat man diese nicht zur Hand. Nach Jahren der illegalen Downloads von Filmen und Serien haben sich die Studios und Verleiher bewegt und Streamingdienste Lizenzen vergeben. Für Deutschland wäre das u.a. Sky Snap, watchever, maxdome und netflix.

Ich brauche hier die inhaltlichen Nachteile nicht auflisten, die gibt es per se bei anderen schon en masse. Nur kurz: Weil ich heute eine Serie dort finde, bedeutet das nicht, dass es die morgen auch noch gibt. Außer bei netflix nicht durchgehend O-Ton mit deutschen Untertiteln. Keine durchgängigkeit der Staffeln gegeben (teilweise z.B. nur drei bis fünf, statt eins bis acht). Vor allem: Ich kann die nicht zwingend auch Offline anschauen. Bei mobilen 1000MB Datenvolumen und pro HD Serie 800MB ein kurzes Vergnügen.

Wenn ich also ein halbwegs passablen Filmkatalog zur Auswahl haben möchte, brauche ich mindestens zwei der Dienste, eher sogar drei. Dann würde ich alleine dafür knapp 27€ pro Monat ausgeben. Plus die Anschaffungen von pysischen Datenträgern, denn die garantieren mir das ich die wirklich zu jederzeit anschauen kann.

Würde ich bei einem legalen Streamingdienst für maximal 13 Euro im Monat einen umfassenden Film- und Serienkatalog in HD (inkl O-Ton plus Untertiteln) vorfinden, gäbe es keinen Grund mehr auf Angebote in rechtlichen Grauzonen zugreifen zu müssen.

Ich akzeptiere durchaus das im Sinne der Monetarisierung Filmstudios und Verleiher ein Interesse daran haben, dass deren Produkte erst einmal im Kino, dann im PayTV gezeigt werden und danach eine gewisse Karenzzeit im Handel auf der gepressten Scheibe haben bevor man großartig Lizenzen vergibt. Deal. Die Zeit danach, ist pure 80er Denke. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn Hollywood und Co. glauben, dass man was besseres wäre als die Musikindustrie, dann muss man eben den gleichen Leidensweg durchmachen.

Nun haben sich ja genügend Portale und Menschen eingefunden, die das auf ihre Weise monetarisieren. Man besorgt sich - auf welchem Wege auch immer - Rips der Produkte, lädt diese auf ein Streaminghoster, verlinkt die im Portal und verdient dann je nach Zahl der Anschauer mit. Nun kann man zwar zum Finanzamt gehen und das in seine Steuererklärung einarbeiten, dann kann ich aber auch gleich der Polizei meine Anschrift zur Verfügung stellen. Macht halt keiner, klar.

Auf diese Weise verdienen eben die Studios dann auch nichts mehr mit ihrem Produkt, aber einzig und alleine nur deswegen, weil man es woanders nicht bekommt. Nicht weil die Nutzer zu geizig werden, im Gegenteil, wie mehrere Studien nun schon bewiesen haben: Gerade Nutzer von solchen Portalen geben überdurchschnittlich viel Geld für den Medienkonsum aus.

Aber auch wenn die GVU nun einen Erfolg feiern möchte, so wird daraus nichts. Zum einen gibt es genügend Konkurrenzportale, zum anderen werden sich neue Gründen. Und dann gibt es ja noch Torrents, One-Click-Hoster und das Usenet.

Während man bei Kino.to davon ausging, dass diese einen Jahresumsatz von 20 Millionen machten, waren es bei kinox.to - deutlich jünger - immerhin noch zwei Millionen Euro. Ein Angebot in der rechtlichen Grauzone. Mit viel Pop-Ups und Erotikwerbung. Bei umgerechnet circa 1,5ct pro User kommen wir auf 370.000 Views im Monat die keinen Ad-Blocker nutzen (die Werbeeinnahmen pro View sind absichtlich höher, da ich einfach mal die zahlenden Kunden der Filehoster mit eingerechnet habe). Rechnen wir bei der eher internetaffinen Gruppe also mit einer Zahl von circa anderthalb bis zwei Millionen Views.

Ich glaube also fest daran, wenn das Kinox.to Angebot auf einer legalen Plattform mit guten Lizenzen ausgestattet werden würde, dass hier über mindestens 50 Millionen Euro im Monat generiert werden könnte. Bei einem Monatspreis von 13 Euro. Inklusive Offline Modus. O-Ton. Untertiteln. HD. Durchgehend verfügbaren Staffeln. Fetter Katalog. Also die Abonnentenzahl die SKY gerade in Deutschland hat. Dafür immer und überall und das was ich gerade will und möchte.