/ Bildung

Revolution der Schule

Die ICILS (International Computer and Information Literacy Study) hat ihre neuste Studie zum Umgang von Schülern mit Computern veröffentlicht. Deutschland, dass seinen Reichtum vor allem auf Technologien und Maschinenbau stützt, liegt im Mittelfeld.

Das muss man sich einmal überlegen: Die Generation nach uns, die in einer hochtechnologisierten Welt bestehen soll, kann nicht richtig mit Computern umgehen. Eigentlich sollte man hunderttausende kleine Hacker erwarten die einen RasperryPi an seine Leistungsfähigkeit bringt und stattdessen lässt der Staat diese in den Bildungseinrichtungen technisches Zeichnen oder wie man über einen Bock springt lernen. Hurray.

Normalerweise sollte es so selbstverständlich sein am Ende seiner Schulzeit seine eigenen kleinen Programme in C oder Pascal zu schreiben wie das man in ein englischsprachiges Ausland kommt ohne zu verdursten oder zu verhungern.

In diesem Kontext fällt mir ein, dass ich die Tage mal einen Bericht gelesen/gehört/gesehen habe, in dem jemand sinngemäß meinte:

Wieso müssen Kinder Millionen von Nachhilfestunden in Fächern nehmen die ihnen nicht liegen? Anstatt die Talente zu fördern, die in den Bildungseinrichtungen des Landes zu sehen sind?

Und das ist natürlich unglaublich klug. Wieso muss ein(e) SchülerInn eigentlich jahrelang Mathe lernen, wenn schon Anfangs zu sehen ist, dass das Fach dieser Person einfach nicht liegt? Wieso nicht den Fokus mehr auf Sprachen, Chemie oder Physik legen wo deutlich bessere Noten, Begeisterung und Talent erkennbar ist?

Wer schon bei den binomischen Formeln scheitert, der wird bei Tangenten auch nicht bessere Noten erwarten können und vor allem: Im späteren Leben auch nicht mehr benötigen, weil eben das Talent dazu fehlt.

Anstatt die SchülerInnen mit Tablets in die Schule zu schicken, packen wir immer noch den Ranzen voll mit teurem und schwerem Totholz. Prima.

Wer nun mit den Kosten kommt: Ich bestelle aktuell über meinen Grossisten für mehrere Eltern Schulbücher. Der Preis liegt zwischen 180 und 350 Euro. Pro Kind. Pro Schuljahr. Wenn der Staat nun hunderttausende Tablets kauft, wird es ein nettes WiFi Tablet zu einem angemessenen Preis geben.

Die Zeit der Ausreden ist schon lange vorbei, wir brauchen eine Revolution an der Schule, die die Generationen nach uns auf eine Welt vorbereitet, die eben nicht nur aus Fließbändern, Schreibmaschinen und Analogtelefonen besteht. Eine Bildungsrevolution die Kinder und Jugendliche dort fördert wo sie Talente aufweist und nicht zwingt Dinge zu lernen die man innerhalb kürzester Zeit wieder vergisst oder nicht Aufzunehmen in der Lage ist.

Man stelle sich vor, Studenten könnten sich nicht aussuchen was diese studieren wollen, sondern würden von der Universität zwangszugewissen.